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Fototipps
Badminton-Actionfotos leicht gemacht

Die Grundsätze

Automatik abschalten und kurz belichten
 Der Autofocus ist fürs Badminton zu langsam, außer bei sehr teuren Kameras (ab 4000 Euro). Daher stelle ich auf einen bestimmten Bereich scharf und warte, bis dort etwas passiert. Wegen des Schärfebereichs 1/3 vor dem Motiv und 2/3 hinter dem Motiv eher etwas näher scharf stellen.
ISO 800 einstellen und Belichtungszeit 1/350 - 1/500s.
Falls der automatische Weißabgleich nicht richtig funktioniert, manuell einstellen.
Den Schrott aussortieren
 Unscharfe und unterbelichtete Fotos gehören aussortiert. Eine leichte Unschärfe und eine leichte bis mittlere Unterbelichtung kann zwar mit Bildbearbeitungssoftware korrigiert werden. Richtig schlechte Fotos sollten aber gelöscht bzw. weggeworfen werden. Veröffentlichen Sie sie auch nicht im Internet und senden Sie sie nicht an andere Leute.
Viel hilft viel
 Eine hohe Ausschussquote ist bei Sportfotos normal. Bei vielen Versuchen ist die Chance größer, dass ein brauchbares Foto dabei ist.
Übung macht den Meister
 Wie im Sport ist das Fotografieren Übungssache. Probieren Sie in der Sporthalle verschiedene Positionen aus, variieren Sie die Einstellungen.
Digital ist optimal
 Digitale Kameras ermöglichen eine sofortige Kontrolle, ob man was grundsätzlich falsch macht. Außerdem spart man Entwicklungskosten. Nachteil sind allerdings die höheren Anschaffungskosten und die unbedingt erforderliche, aber zeitraubende Nacharbeit am Computer
Schläger, Ball oder Netz sollten auf dem Foto sein
 Es sollte erkennbar sein, dass Badminton gespielt wird. Um den Ball zu erwischen, braucht man viel Übung und das richtige Timing.

Die optimale Ausrüstung

KameraDigitale Spiegelreflexkamera, z.B. Canon 10D, 300D. Nur mit Spiegelreflexkameras ist die kurze Auslöseverzögerung erreichbar, die für Sportactionfotos benötigt wird.
3,3 oder 4 Megapixel reichen aus. Mehr Pixel brauchen auch mehr Zeit zum Speichern und mehr Platz auf der Platte bzw. dem Chip.
ISO/ASABeim Film oder der Einstellung der Digitalkamera ist ISO/ASA 800 optimal. Höhere ISO-Zahlen (1600) führen zu grobkörnigeren Fotos, ISO 400 ist nach meiner Erfahrung selten verwendbar. Ist es tatsächlich mal hell genug, sollte stattdessen die Belichtungszeit verkürzt oder die Blende verkleinert werden, um einen größeren Schärfebereich zu erhalten.
ObjektivDas Objektiv sollte eine Blende von 2.0 ermöglichen, um auch bei schlechten Lichtverhältnissen arbeiten zu können (und andere gibts beim Badminton selten). Zooms mit dieser Lichtstärke sind kaum bezahlbar, daher besser mehrere Festbrennweitenobjektive verwenden und sich in der richtigen Entfernung aufstellen.
Die Brennweite richtet sich nach der Entfernung vom Spielfeld, ich verwende zur Zeit die folgenden Objektive:
  - 50mm (Digital 80mm) - direkt neben dem Spielfeld (Canon 1:1.8, ca. 90 Euro)
  - 85mm (Digital 135mm) - von hinten durchs Netz (Canon 1:1.8, ca 450 Euro)
Die Angaben sind im Kleinbildformat, bei Digitalkameras muss wegen des im Vergleich zum Kleinbildfilmformat kleineren Chips mit einem Verlängerungsfaktor gerechnet werden. Bei meiner D30 z.B. mit 1.6. Diese Angaben habe ich in Klammern angeben.
Speicher

Bei 3,3 Megapixeln passen auf einen 128MB-Chip ca. 70 Fotos. Da ich ca. 100-200 Fotos pro Tag an einem Turnier aufnehme, arbeite ich mit einem 1GB-Microdrive (ca. 700 Fotos).
Wichtig: Immer kontrollieren, ob auch ein Chip in der Kamera ist. Vergisst man leicht, wenn man ihn noch im Lesegerät stecken hat. Am besten immer einen Chip als Reserve in die Kameratasche stecken.