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Olympia 2000 - Dameneinzel

Gong Zhichao überlegen zur Goldmedaille
Schwarzer Freitag fürs dänische Badminton
Text: Bernd-Volker Brahms, weitergeleitet von Martin Knupp
Fotos:
Olympia-Homepage
, Walter Decker

22. September. Eigentlich wollten sie das dänische Traumpaar werden. Doch innerhalb von zwei Stunden zerstoben die goldenen Ambitionen von Peter Gade Christensen (23) und Camilla Martin (26), die auch abseits des Badmintoncourts ein Paar sind.

Schon einmal hatte es 1992 bei den Olympischen Spielen in Barcelona ein Goldpaar gegeben, als die beiden Indonesier Allan Budi Kusuma und Susi Susanti die Goldmedaille gewannen.

In Sydney war es zuerst Peter Gade Christensen, der in seinem Halbfinalspiel patzte. Wie schon vor einem Jahr in der Vorschlussrunde der WM in Kopenhagen hatte der 23-jährige Däne seine Nerven nicht richtig im Griff und produzierte gegen den Chinesen Ji Xinpeng reihenweise Fehler aus unbedrängter Situation. Der an Position sieben gesetzte Chinese erreichte daher auch etwas überraschend nach 56 Minuten mit 15:9, 1:15, 15:9 das Endspiel der Olympischen Spiele, in dem er auf den Indonesier Hendrawan trifft, der in seiner Halbfinalpartie den chinesischen German Open Sieger Xia Xuanze mit 15:12, 15:4 besiegte.

Camilla Martin dagegen musste an diesem dänischen "schwarzen Freitag" schon zum Finale antreten, in dem die Weltmeisterin schnell mit 9:5 in Führung ging, ehe ihre Finalgegnerin Gong Zhichao (China) ihren ganzen Kampfeswillen motivierte und die Partie nach 31 Minuten mit 13:10 und 11:3 für sich entschied.

"Ich hatte heute keine Chance. Gong spielt schon seit Monaten auf einem wahnsinnig hohen Niveau und hat verdient gewonnen", zeigte sich die attraktive Dänin als eine faire Verliererin. Dass ihr Freund Peter Gade wenige Zeit vor ihr sein Halbfinale verloren hatte, habe keinen Einfluß auf ihr eigenes Spiel gehabt. "Ich wusste von vorn herein, dass es sehr schwer werden würde, die Goldmedaille zu gewinnen", sagte Martin kurz nach dem Spiel.

Die neue, nur 1,63 Meter große Olympiasiegerin zeichnet sich durch ihr wieselflinkes Spiel und ihren enormen Kampfgeist aus. Im Training bindet sich der 53 Kilogramm schwere Floh noch zusätzlich Sandsäcke mit einem Gewicht von sechs Kilogramm um die Hüfte und springt damit über den Court. "Die asiatischen Spieler können sich im Training mehr quälen als die Europäer, das ist der Grund, warum die Asiaten bei den ganz großen Turnieren dann auch die vorderen Plätze belegen", sagte die Chinesin Ye Zhaoying, die bereits in der Nachmittag-Session die Bronzemedaille im Dameneinzel gewonnen hatte.

Die Bronzemedaille im Mixed für die Engländer Simon Archer und Joanne Goode sowie die Silbermedaille von Camilla Martin waren bisher die einzige Ausbeute für die europäischen Badmintonspieler. Lediglich Peter Gade Christensen kann in seinem Bronzemedaillenspiel gegen Xia Xuanze die Bilanz noch etwas verbessern.

Spielstatistik: Dauer 31 Minuten - 1. Satz 20 Minuten, 2. Satz 11 Minuten. Längster Ballwechsel 30 Sekunden bzw. 22 Schläge. 10 Bälle verbraucht.

Camilla Martin gegen Gong Zhichao
Text Sven Heise, Foto Walter Decker

21. September. Zu einer Wiederholung des ersten Dameneinzels im diesjährigen Uber-Cup-Finale kommt es im olympischen Endspiel in Sydney. Die beiden besten Damen der Welt, Weltmeisterin Camilla Martin (DEN) und die Weltranglistenerste Gong Zhichao (CHN), erreichten jeweils ohne Satzverlust die letzte Runde. In Kuala Lumpur hatte Gong Camilla mit 11:9 und 11:5 geschlagen. Trotzdem hat die Dänin gute Chancen, nach der WM im letzten Jahr auch die Goldmedaille zu gewinnen.

Im Halbfinale setzte sich Gong gegen ihre Landsfrau Ye Zhaoying (#3) mit 11:8, 11:8 durch. "Ich habe ein bisschen geduldiger gespielt" meinte die Erste der Setzliste anschließend.

Camilla Martin traf in einer Wiederholung des letztjährigen WM-Endspiels auf die an 3 gesetzte Dai Yun. Während sie im letzten Jahr bei 10:10 im dritten Satz nicht verlängerte und mit 11:10 den Titel holte, strapazierte Camilla diesmal die Nerven ihrer Fans nicht und schlug Dai Yun vernichtend mit 11:5 11:0.

Camilla gegen drei Chinesinnen
Text Sven Heise, Foto Walter Decker

19. September. Unter Führung von Nummer 1 Gong Zhichao zogen drei Chinesinnen ins Halbfinale des Dameneinzels ein. Letzte Europäerin im Wettbewerb ist Weltmeisterin Camilla Martin, die Mia Audina (NED) mit 11:2, 11:1 aus dem Turnier eliminierte.

Ohne Satzverlust spielte sich Weltmeisterin Camilla Martin (Bild rechts) durch die ersten vier Runden. Die nur an 2 gesetzte Freundin des dänischen Topstars Peter Gade musste im Viertelfinale gegen die Silbermedaillengewinnerin von Atlanta, Mia Audina antreten. Audina tritt nach ihrer Heirat jetzt für die Niederlande an, war aber diesmal zu nervös und machte Martin das Spiel einfach. 11:2, 11:1 lautete das glatte Ergebnis für die Dänin.

Camilla Martin trifft im Halbfinale auf die an 3 gesetzte Chinesin Yun Dai, die sich ebenfalls noch keinen Satzverlust leistete.

Die einzige, die den Chinesinnen bisher einen Satz abnehmen konnte, war Judith Meulendijks (NED) in der zweiten Runde gegen Ye Zhaoying (#3). Ye trifft im Halbfinale auf die Titelfavoritin Gong Zhichao, die gegen die Japanerin Yasuko Mizui 11:6, 11:3 gewann.