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Bericht zur gegenwärtigen Situation

Badminton in Zeiten von Corona

Im März 2020 begann in Deutschland der erste Lockdown. Seit dem ist der Vereinssport zum größten Teil zum Erliegen gekommen.

von Linus Schmiederer

26.03.21. Schon eine Weile ist es her, da wurde auf einmal wieder Badminton gespielt. Nicht hier in Deutschland – aber in Thailand, genauer gesagt in Bangkok. Ab dem 12.01.2021, also kurz nach dem Jahreswechsel, wurden dort gleich drei Turniere in Folge ausgetragen. Zunächst die YONEX Thailand Open, in der Woche darauf die TOYOTA Thailand Open und dann – als krönender Abschluss – noch die Super Series Finals.

Für diejenigen unter uns, die nunmehr seit einigen Monaten nicht mehr in einer Halle waren, und die Turniere verfolgt haben, mögen es fremd anmutende Bilder gewesen sein, die aus der dortigen Halle zu uns nach Hause auf die Bildschirme übertragen wurden. Anfangs zum Teil mit Schutzkostümen bekleidet wurden die Courts von Helfern gewischt; der obligatorische Mund- und Nasenschutz ist bei den Linienrichtern und Trainern strikt vorgegeben. Zuschauer wurden keine zugelassen, so dass lediglich vereinzelter und spärlicher Applaus nach hart umkämpften Ballwechseln zu vernehmen war. Und dennoch hatte der Spitzensport nichts von seiner Qualität und Ästhetik eingebüßt.

Aus europäischer Sicht konnte sich die Bilanz mehr als nur sehen lassen. Viktor Axelsen, der vermutlich stärkste europäische Herreinzel-Spieler, konnte in allen drei Turnieren das Finale erreichen, zweimal gewann er. Lediglich im Super Series Finale musste er sich seinem Landsmann Anders Antonsen geschlagen geben.

Im Dameneinzel machte es Carolina Marin Viktor Axelsen gleich. Auch sie stand dreimal im Finale – jedes Mal gegen Tai Tzu Ying. Auch die Spanierin konnte zwei Partien für sich entscheiden und musste sich lediglich im Super Series Finale der Taiwanesin geschlagen geben.

Ein wenig eingeschränkt werden musste der Erfolg allerdings. Aus verschiedenen Ländern nahmen keine Vertreter teil, so zum Beispiel aus China und Japan, was zur Folge hatte, dass in manchen Disziplinen starke Konkurrenten nicht antraten.

Nun Anfang März (02. - 07.03.) wurden die Swiss Open 2021 unter ähnlichen Bedingungen in Basel ausgetragen. Ganz besonders hervorzuheben ist dabei das deutsche Herrendoppel Mark Lamsfuß und Marvin Seidel. Zusammen konnten sie sich gleich mehrfach gegen vermeintlich stärkere Paarungen durchsetzen, so dass sie unerwartet den Sprung ins Finale schafften, sich dort aber leider einem dänischen Duo geschlagen geben mussten. Unabhängig davon ist das Resultat trotzdem gigantisch.

Gar nicht allzu weit entfernt von den Swiss Open, nämlich in Nordbaden, bleiben die Hallen nach wie vor weitestgehend leer und für den Trainingsbetrieb geschlossen, Ausnahmen gibt es nur wenige, lediglich für manche Kaderspieler und Mannschaften in den höheren Ligen gibt es die Möglichkeit. Allerdings sind auch hier die Möglichkeiten von den örtlichen Regelungen abhängig. Während für die Neusatzer (Regionalliga) die Hallen über Monate hinweg geschlossen blieben, kann sich die erste Mannschaft des BSV Eggenstein-Leopoldshafen (ebenfalls Regionalliga) relativ gut fit halten, indem sie zweimal pro Woche trainiert. Auch das Kadertraining für Jugendliche wird in Eggenstein angeboten. Ihnen kommt es zu Gute, dass sie trainieren können und somit nicht in ihrer Entwicklung stagnieren. In Waghäusel wurden ebenfalls große Anstrengungen unternommen, um den Kindern und Jugendlichen Trainingsmöglichkeiten anzubieten. Zunächst wurden Heim-Trainingspläne ausgehändigt, die auf freiwilliger Basis verfolgt werden konnten, seit Januar gibt es nun sowohl für die Kader- als auch die Vereinsspieler zweimal die Woche die Möglichkeit an Online-Trainingseinheiten teilzunehmen.

Dennoch sind aufgrund der monatelangen Einschränkungen Leistungseinbußen auf der Kaderebene zu befürchten. Gerade in der jüngsten Altersklasse U11 wird sich vermutlich bemerkbar machen, dass in den vergangenen Monaten keinerlei Nachwuchs den Weg zum Badminton gefunden hat. Gleichzeit ist es nur allzu gut zu verstehen, dass manch einer dem eigenverantwortlichen Fithalten in den vergangenen Monaten keine Priorität gegeben hat und sich somit erst wieder an die alte Form herankämpfen müssen wird.

Wann wieder von normalen Trainingszuständen die Rede sein kann, ist nach wie vor nicht absehbar. Noch erscheint es in sehr weiter Ferne. Die im vergangenen Oktober gestartete Saison ist mittlerweile offiziell abgesagt, nicht nur auf BWBV Ebene, sondern bis einschließlich zur 2. Bundesliga. Somit ist der Blick eher auf die noch in weiter Ferne liegende Saison 2021/2022 gerichtet – wir werden sehen, ob bis dahin der Badmintonbetrieb wieder in geregelten Bahnen verläuft.